Rückblick Thun 2016

Wie rechtzeitig angekündigt, konnten die Kandidaten am Samstag, den 24. September 2016, pünktlich um 11:00 Uhr ihre Prüfungen ablegen. Wer noch keine US-Lizenz hat – und das ist  die Mehrheit der Funkamateure- beginnt nach dem Ausfüllen verschiedener Formulare und der Bezahlung der Prüfungsgebühr von derzeit US$15.00 (CHF 15.00 sind auch möglich) mit der Prüfung zur TECHNICIAN Class. Aus einem Pool von rund 450 Fragen werden im Multiple Choice Verfahren 35 Prüfungsfragen gestellt von denen mindestens 26 (74%) richtig beantwortet sein müssen.

Ist diese Prüfung bestanden, kann ohne, dass eine weitere Gebühr bezahlt werden müsste, die GENERAL Class Prüfung  absolviert werden. Aus diesem Fragenpool, der ungefähr gleich viele Fragen enthält, müssen wiederum von 35 mindestens 26 Fragen (74%) richtig beantwortet werden.  Ist auch diese Prüfung bestanden, sind aus einem Pool von jetzt rund 700 Fragen deren 50 zu beantworten. Sind mindestens 37 (74%) richtig beantwortet, ist auch die AMATEUR EXTRA Class – die höchste Klasse – bestanden. Sobald eine Prüfung nicht bestanden ist, kann der Kandidat die Prüfungsgebühr nochmals entrichten und die Prüfung mit neuen Fragen sofort wiederholen. Während jeder zukünftigen Prüfungssession können sogenannte Upgrade-Prüfungen für eine höhere Lizenzklasse absolviert werden. Es muss hierzu lediglich eine neue Prüfungsgebühr entrichtet werden.

Nun wird sich manch einer fragen, wozu ‚ER‘ denn neben der HB9 bzw. HB3 Lizenz noch die US-Lizenz braucht. Diese Frage muss sich jeder einzelne selber beantworten. Es kann aber nicht von der Hand gewiesen werden, dass es mit einer US-Lizenz viel einfacher ist, in einem anderen NICHT-CEPT-Land z.B. eine befristete Sendeerlaubnis zu erlangen. ‚Man‘ kennt dort die US-Lizenz besser und bei einer allfälligen Auswahl wird die CEPT-Lizenz nicht berücksichtigt bzw. die Hürden zur Erlangung einer Sendeerlaubnis sind ‚lediglich‘ mit der CEPT-Lizenz sehr viel höher.

 

Insgesamt haben an der Prüfungssession in Thun 8 Kandidaten, darunter zwei Kinder im Alter von 10 und 14 Jahren, teilgenommen und ihre Prüfungen abgelegt. 3 Prüflinge konnten mit der TECHNICIAN Class, 2 zusätzlich mit der GENERAL Class und 2 weitere schliesslich mit der AMATEUR EXTRA Class in der Tasche nach Hause gehen. Ein Prüfling bestand trotz zwei Versuchen die Prüfung zur TECHNICIAN Class leider nicht. In ca. 10 Tagen nach der Prüfung wird das neu erlangte Rufzeichen durch die FCC (Federal Communications Commission, das ‚amerikanische BAKOM‘) zugeteilt. Der frisch gebackene US-Funkamateur kann seine Lizenz nun im passwortgeschützten Bereich der FCC direkt von seinem Konto herunterladen und am heimischen Computer ausdrucken.

Die Sicherheit, dass diejenige Person, welche eine US-Amateurfunklizenz vorweist, auch der tatsächlich Berechtigte ist, ist gegeben, da die Lizenz zu jeder Zeit im öffentlichen Bereich auf der Homepage der FCC überprüft werden kann. Diese Lizenz ist nun – ohne dass eine weitere (Jahres-)Gebühr fällig würde – während den folgenden 10 Jahren gültig und kann danach wieder für weitere 10 Jahre verlängert werden. Anders als in der Schweiz kann sich der Inhaber einer US-Amateurfunklizenz sein eigenes Wunschrufzeichen (Vanity Call) aussuchen und sofern dieses frei ist, gratis zuteilen lassen.

Es ist in der Schweiz als CEPT-Land jedoch nicht gestattet, das US-Call zu verwenden. Es muss das zugeteilte CEPT-Rufzeichen verwendet werden.

 

Möchte nun eine Gruppe von Interessenten die US-Lizenzprüfung ablegen, kann direkt mit mir Kontakt aufgenommen werden und wir können die Details besprechen. Gleiches gilt natürlich auch für die Organisatoren von Funkveranstaltungen. Weitere Informationen unter:  http://us-lizenz-hb9.jimdo.com/ oder direkt per eMail bei mir unter us.lizenz.hb9@gmail.com

 

Autor  Swiss VE-Team, Frank W0KLF (HB9DSY)