Wie kann man APRS betreiben

TM-D700 im Auto mit GPS
TM-D700 im Auto mit GPS

Es gibt verschiedenste Möglichkeiten um APRS zu betreiben. Es kommt hier sehr stark darauf an, ob jemand nur andere Stationen beobachten möchte oder ob man selber auch aktiv Daten senden will. Weiter ist entscheidend wie experimentierfreudig jemand ist. Nebst kommerziell gefertigten Funkgeräten mit integrierter APRS Funktionalität gibt es zahlreiche Selbstbauprojekte. Auch Schnittstellen zwischen Funkgerät, TNC und GPS bergen einige Herausforderungen.

Für den versierten APRS Anwender besteht zudem die Möglichkeit einen Digipeater oder ein IGate zu betreiben.

 

Im folgenden soll eine nicht abschliessende Aufzählung einen Einblick geben, wie man in APRS QRV werden kann:

  • Webseite aprs.fi (nur View, auch für nicht Amateurfunker)
  • Computer mit APRS Software (z.B. UI-View), TNC und 2m Funkgerät
  • Kenwood TM-D710 (Mobil-Funkgerät mit APRS Funktion), zusätzlich wird ein GPS-Empfänger benötigt
  • Yaesu FTM-400 (Mobil-Funkgerät mit APRS Funktion) GPS ist bereits integriert
  • Kenwood TH-D72 (Handfunkgerät mit APRS Funktion) GPS ist bereits integriert
  • Yaesu VX-8GE (Handfunkgerät mit APRS Funktion) GPS ist bereits integriert
  • Tracker (z.B. TinyTrack von Byonics oder Opentracker) mit 2m Funkgerät und GPS-Empfänger
  • IPhone mit APRS-App (z.B. iBCNU), für die volle Funktionalität braucht es ein gültiges Amateurfunk-Rufzeichen
  • Spezieller Tracker für Wetterstation (z.B. AnyFrog oder WX3in1) mit 2m Funkgerät und Wetterstation
  • Fortgeschrittene Benutzer können das APRS-Netz mit einem Digipeater (Repeater für APRS Daten) oder einem IGate (Schnittstelle zum Internet) erweitern.

 

PC_mit_HFGTHD7_GPSDiv_Tracker

 

Digipeater

TNCX_Digi

Grundsätzlich unterscheidet man in APRS zwischen zwei Digipeater (Digi) Typen. Es sind dies sogenannte WIDE Digis und Fill-in Digis.

Es gibt noch eine dritte Form, das IGate. Im weitesten Sinn kann auch ein IGate als Digi betrachtet werden, leitet es doch die Pakete ins Internet weiter.

Im Folgenden werden die verschiedenen Digitypen kurz beschrieben.

 

WIDE-Digi

Beim WIDE-Digi handelt es sich um den klassischen Typ eines Digipeaters. Er sendet alle Pakete mit WIDE1-1 bis WIDE7-7 weiter. Da Pfadeinstellungen mit mehr als 3 Hops (WIDE3-3) nicht den aktuellen gepflogenheiten entsprechen, gibt es immer mehr Digibetreiber, welche den Pfad auf 3 Hops kürzen. Ein WIDE-Digi steht meist an einem exponierten Standort, so dass er ein möglichst grosses Einzugsgebiet hat.

 

Fill-in-Digi

Der Fill-in-Digi dient als Zubringer. Er wird an Orten aufgestellt, wo man keinen WIDE-Digi direkt erreichen kann. Seine Funktion ist es dann die Empfangenen Pakete an den WIDE-Digi zu senden.

Ein Fill-in-Digi kann nur mit der Pfadeinstellung WIDE1-1 angesprochen werden. Andere Pfadeinstellungen werden ignoriert.

 

IGate

Das IGate wird dazu benötigt APRS mit dem Internet zu verbinden. Über HF empfangene Pakete werden ins Internet geleitet, wo sie auf speziellen Webseiten angeschat werden können.

Aber auch der Weg vom Internet auf HF ist bei modernen IGates möglich. Dieser Weg dient vor allem zum versenden von Nachrichten.

Oft werden IGates mit einem Digipeater kombiniert.

 

Pfadeinstellungen

Damit die ausgesendeten APRS Baken nicht nur lokal verbreitet werden können, gibt es sogenannte Digipeater (Digi). Diese Digis leiten die empfangenen Pakete weiter, so dass sie von anderen Stationen oder anderen Digis empfangen werden. Würde nun eine solche Weiterleitung unendlich erfolgen, so wäre die Frequenz 144.800MHz innert kürzester Zeit mehr als überlastet.

Damit dies nicht passiert, gibt es sogenannte Pfadeinstellungen. Diese Pfadeinstellungen beschränken das Weiterleiten eines Pakets via Digipeater. Man spricht hier auch von sogenannten Hops.

Die Pakete sollen in einem nützlichen Umkreis von ca. 50km via HF verbreitet werden. Zudem sollten sie via ein IGate (Schnittstelle HF – Internet) ins Internet gelangen, so dass jedermann die Bake auf z.B. aprs.fi sehen kann.

Bei diesen Pfadeinstellungen spricht man auch vom New n-N Paradigma. Bob Bruninga WB4APR hat dieses Paradigma erstellt um den vielen Paket-Kollisionen auf der APRS-Frequenz entgegenzuwirken.

 

Im Wesentlichen geht es um folgende Punkte:

  • Verabschieden von den veralteten Pfadregeln RELAY, WIDE, TRACE
  • Konsequente Verwendung von WIDEn-N
  • Im Normalfall genügt ein N von maximal 2, in Regionen mit wenig Digis kann auch ein N von 3 verwendet werden
  • Fixstationen sprechen ihren nächsten Digi direkt an

 

Grundeinstellungen:

Station WIDE-Digi erreichbar Nur Fill-in-Digi erreichbar Intervall
fest Digicall ist bekannt:regulär: Digicall,WIDE2-1
maximal: Digicall, WIDE3-2

Digicall ist bekannt:
regulär: Digicall,WIDE2-1
maximal: Digicall,WIDE3-2

30 min.
fest

falls Digicall unbekannt:
regulär: WIDE2-2
maximal: WIDE3-3

falls Digicall unbekannt:
regulär: WIDE1-1,WIDE2-2
maximal: WIDE1-1,WIDE3-3

30 min.
beweglich

regulär: WIDE1-1,WIDE2-2
maximal:WIDE1-1,WIDE3-3

regulär: WIDE1-1,WIDE2-2
maximal: WIDE1-1WIDE3-3

1 min.
besser
> 1 min.

Objekt WIDE2-1 oder kein Hop WIDE1-1 oder kein Hop 10 min.
Wetter WIDE2-2 WIDE1-1,WIDE2-1 15 min.
Digipeater WIDE3-3 / proportionale Pfade 30 min.

Quelle www.aprs-dl.de

Bei diesen Pfadeinstellungen handelt es sich um eine Empfehlung welche auch von der europäischen APRS-Gemeinde unterstützt wird.

Moderne Digipeater sind heute in der Lage, die Anzahl Hops zu kürzen, so dass die APRS Frequenz „sauber“ bleibt.