Ant-Obmatt3Allgemeines

 

Nachdem man sich für eine bestimmte Antennenanlage entschieden hat geht es darum abzuklären, ob die entsprechenden Immissionsgrenzwerte gemäss der „Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung (NISV)“ eingehalten werden.

 

Jeder Funkamateur sollte sich heute mit diesem Thema auseinander setzen um ein Gespür zu er halten, was tolerabel ist und was nicht. Schliesslich bauen wir sehr häufig auch temporäre Antennen, sei es an Fielddays oder bei Ferien-QTH’s. Zum eigenen Schutz sollten wir auch in solchen Situationen den Immissionswerten Rechnung tragen.

 

Wenn eine Antenne so unauffällig ist, dass sie aus baulicher Sicht nicht als Anlage bezeichnet werden kann, und zudem die abgestrahlte Sendeleistung weniger als 6 Watt ERP (gemittelt über 6 Minuten) beträgt, so ist von der gesetzlichen Seite her keine NIS-Berechnung erforderlich. Hingegen ist es möglicherweise sinnvoll, die Nachbarn in das Projekt einzubinden.

 

Trotzdem kann es sinnvoll sein, auch bei einer solchen Anlage eine detaillierte NIS-Berechnung zu machen. Eine genauere Berechnung wird nämlich zeigen, dass wegen des Modulationsfaktors und des Aktivitätsfaktors auch 30 Watt CW oder 60 Watt SSB durchaus noch innerhalb der oben erwähnten 6 Watt ERP liegen können. Rechnet man noch allfällige Kabeldämpfungen und Verluste in Antennen-Anpassgeräten ein, so braucht man bei einem klassischen 100 Watt-Sender die Leistung nur noch geringfügig zu reduzieren, um innerhalb der Norm zu sein.

 

Für stationäre Antennenanlagen, die optisch auch als Anlage wahrgenommen werden und/oder eine höhere Leistung als die oben erwähnten 6 W ERP abstrahlen, braucht es in jedem Fall eine Baugenehmigung. Dazu ist eine detaillierte NIS-Berechnung zu erstellen.

 

Begriffe

 

Beim Studium der NIS-Verordnung fallen immer wieder die Begriffe „Emission“ und „Immission“. Hier eine kurze Erklärung:

  • Die „Emission“ ist die Quelle, in unserem Fall also die Antenne
  • Die „Immission“ ist die Empfangsseite, also die Auswirkung auf den Menschen an einem bestimmten Ort in einem bestimmten Abstand.

 

Merksatz: Die Emissionen (der Antenne) bewirken Immissionen (auf den Menschen)

 

Vorgehensweise für die Berechnung:

 

Zunächst ist ein massstabsgetreuer Plan (Grund- und Aufriss) der Umgebung und der Antennen zu erstellen. Daraus muss ersichtlich sein, wo eine Person am nächsten an die Antenne herantreten kann. Bei einem KW-Beam ist das meistens gleich unter dem Mast. Bei einer Drahtantenne ist der Punkt zu bestimmen, an dem eine Person am nächsten zum Draht herankommen kann. Dieser sogenannte „Ort für kurzfristigen Aufenthalt OKA“ ist massgebend für die spätere Beurteilung des Sicherheitsabstandes.

Bei VHF- und UHF-Richtantennen sind, wegen des hohen Antennengewinns, auch jene Punkte zu definieren, an denen eine Person sich im direkten Strahlungsfeld der Antenne aufenthalten könnte. Dies kann ein Feldweg, eine offene Wiese oder aber ein Nachbarhaus sein.

 

Weiter braucht man das Blockschema der gesamten Anlage mit allen Zusatzgeräten im Antennenpfad wie SWR-Meter, Anpassgeräte etc. Aufzuführen sind:

  • die verwendeten Geräte wie Sende-Empfänger, Endstufe, SWR Meter, Antennen-Anpassgeräte etc.
  • die hochfrequenzführenden Kabel, deren Typ und Länge, sowie sämtliche Verbindungsstellen, HF-Umschalter, Blitzschutzvorrichtungen etc.
  • die verwendeten Antennen

 

Hilfsmittel

 

Zur Berechnung stehen zwei Programme zur Verfügung:

  • Excel Tabelle: hier muss man alle einzusetzende Zahlenwerte selbst errechnen, bestimmen und einsetzen
  • Programm „Feldstärke“: Das Programm ist auf dem PC zu installieren. Es ist ziemlich umfassend, und viele Eingaben können durch einfache „Drop down“- Menüs gemacht werden. Auch rechnet es selbständig die Kabeldämpfungen für handelsübliche Kabel. Zudem sind viele Antennenmodelle mit den entsprechenden Antennengewinnen vordefiniert. Der Einarbeitungsaufwand ist etwas grösser als beim Excel. Dafür lassen sich später einfacher verschiedene Varianten rechnen. Auch die Präsentation der Resultate für das Baugesuch sind etwas ausgereifter und umfassender.

Die Berechnung ist für jede Antenne zu erstellen. Alle Frequenzbänder, die mit der Antenne betrieben werden sollen, sind einzeln zu rechnen.

 

Die entsprechenden Programme, Anleitungen und weitere hilfreiche Dokumente finden man hier unten im Download-Bereich.

Für zusätzliche Fragen hilft  die USKA Antennenkommission gerne weiter.

Foto-HB9ALH

 

Antennenkommission USKA

Bernard Wehrli, HB9ALH (Bild): Administration, Baurecht und Technik ;  eMail ant(at)uska.ch

Johannes Iberg, HB9EDH: Stellvertretung und Assistenz;  eMail hb9edh(at)uska.ch

 

 Dokumente und Tools  Autor De Fr It
NISV- Was bedeutet sie für den Radioamateur? Dr. Markus Schleutermann, HB9AZT PDF

„NIS Feldstärke-Berechnungsprogramm“

Programm zum Installieren,  mit Antennen- und Kabeldaten

Download auf Homepage

Walter Aplanalp, HB9ZS

Link
„Calcul des immissions“
Program à installer, avec données d‘ Antenne et de cables(Sélection de la langue après installation)

Download sur Hompage

Walter Aplanalp, HB9ZS

  Link

„Calcolo delle immissioni RNI“

(Seletione della lingua dopo installatione)

Download su Hompage

Walter Aplanalp, HB9ZS

  Link

Immissionsberechnung (Excel)

Calcul des immissions  (Excel)

Calcolo del immissioni  (Excel)

 Peter Erni, HB9BWN XLS XLS XLS

Wegleitung zur Emissionserklärung

Directive pour la déclaration des émissions

Guida alla dichiarazione delle Emission

 USKA PDF PDF PDF

Formelblatt

Feuille de formules

Formule e spiegazioni

 USKA PDF PDF PDF

Immissionsgrenzwerte IGW

Valeurs limites d’immissions VLI

Valori Limite d’immissione VLI

 USKA PDF PDF PDF

Verordnung über den Schutz von nichtionisierender Strahlung (NISV)

Ordonnance sur la protection contre le rayonnement non ionisant

Ordinanza sulla protezione dalle radiazioni non ionizzanti

 Portal/Portail/Portale CH Link  Link   Link

Erläuternder Bericht  NISV

Rapport explicatif  ORNI

Rapporto explicativo  ORNI

 Portal/Portail/Portale CH PDF PDF PDF