Der erste Kontakt mit Amateurfunk

KW_AntenneWahrscheinlich ist beinahe jeder schon einmal bewusst oder unbewusst mit Amateurfunk „in Kontakt“ gekommen. Wer mit offenen Augen durch Städte und Dörfer geht und den Blick über die Dächer schweifen lässt, hat meistens schnell Erfolg. Amateurfunkstationen benötigen Antennen, vertikale Stäbe oder auffällige, oft recht umfangreiche Konstruktionen. Amateurfunker sind offen und gerne bereit Fragen zu beantworten. Ideal ist der persönliche Kontakt mit einem aktiven Amateurfunker, der sicher gerne Auskunft gibt.

Lokale Vereine sind ebenfalls ideale Kontaktpunkte. Adressen und Webseiten der regionalen Vereine finden Sie hier. Anfragen können auch direkt an das Sekretariat der USKA gerichtet werden. Teilen Sie in jedem Fall Ihren Wohnort mit, damit Sie mit Informationen an die nächstliegende Kontaktstelle verwiesen werden.

 

So werde ich Funkamateur

Viele der Amateurfunker sind irgend wann zufällig auf dieses exklusive Hobby gestossen. Andere haben den Einstieg über die berufliche Ausbildung gefunden, und wieder andere sind in Rahmen einer militärischen Ausbildung mit der drahtlosen Kommunikation erstmals in Kontakt gekommen. Jeder hat seinen ganz persönlichen Werdegang.

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Amateurfunker haben als Grundlage ihrer Tätigkeit eine Prüfung zu bestehen. Sie ist in der Schweiz beim Bundesamt für Kommunikation BAKOM abzulegen und umfasst Grundlagen der Elektrotechnik und der Elektronik sowie Vorschriften über den Aufbau und den Betrieb der Funkstation.Die notwendigen Kenntnisse kann man sich entweder in entsprechenden Schulen, in Fernkursen oder durch den Besuch von Kursen aneignen, wie sie von einigen Sektionen der USKA oder anderen Gruppen angeboten werden.

Für die Aktivität auf Kurzwelle ist der Nachweis für die Fähigkeit des Aufnehmens und Gebens von Morsezeichen seit dem Jahr 2003 nicht mehr notwendig. Trotzdem wird die Morsetelegrafie auch weiterhin als äusserst effiziente Betriebsart gepflegt und erfreut sich einer weiten Verbreitung.

Weitergehende Informationen: „Der Weg zur Lizenz“

 

Amateurfunk ist sehr vielfältig

Eine vollständige Darstellung der Möglichkeiten, die der Amateurfunk den Aktiven eröffnet, ist kaum möglich. Auf dieser Seite vermitteln wir Aspekte zu einzelnen Bereichen sowie Links auf weitergehende Informationsquellen. Eine Kurzfassung finden Sie hier.

Werkplatz ElektronikAmateurfunk ist ein Experimentierfeld aus dem in der Vergangenheit immer wieder zukunftweisende Technologien und Verfahren der Informationsübermittlung hervorgegangen sind. Daran hat sich seit den Anfängen der drahtlosen Kommunikation bis heute nichts geändert. Seit der Erfindung der Morsetelegrafie und dem Sprechfunk haben während den letzten Jahrzehnten viele neue digitale Formen der drahtlosen Kommunikation Einzug gehalten. Die Tatsache, dass eine Funkverbindung über Kontinente hinweg selbst mit geringem technischen Aufwand möglich ist, fasziniert uns immer wieder aufs Neue.

Der Computerfreak findet hier ebenso Entfaltungsmöglichkeiten wie auch der begabte Bastler. Eine der Exklusivitäten dieses Hobbies ist die Möglichkeit elektronische Geräte selbst bauen und auch betreiben zu dürfen. Dieser Eigenbau hatte früher einen sehr hohen Stellenwert, ist heute jedoch durch ein sehr umfangreiches kommerzielles Angebot weitgehend ersetzt worden. Der Funkamateur ist aber heute noch ein Tüftler und „Erfinder“. Schon der Aufbau der eigenen Funkstation erfordert Kreativität und die Entwicklung von eigenen Ideen für die Auswahl der Geräte und den Bau von Antennen.

Für viele ist dieses Hobby ideal um Fremdsprachen zu pflegen. Es gibt jedoch die Möglichkeit mit anderen Amateurfunkern in aller Welt in Kontakt zu treten, ohne dass man der Sprache des Partners mächtig ist. Siehe auch „Amateurfunkpraxis / Grundlagen“.

 

 

Die Betriebsarten

Unter den Betriebsarten verstehen wir die verschiedenen technischen Möglichkeiten der Informationsübertragung.

Die älteste Betriebsart ist die Telegrafie (Morsen). Das Morsealphabet, erfunden um 1840 durch Samuel Morse, wird heute noch in unveränderter Form angewendet. Hier kommen international genormte Abkürzungen zur Anwendung, sozusagen ein „Amateurfunk Esperanto“. Dadurch kann die benötigte Zeit zur Übermittlung von Mitteilungen sehr kurz gehalten werden. Zudem können Personen miteinander kommunizieren die sich mit keiner gemeinsamen Sprache verständigen können. Dazu ein Beispiel:

Telegrafie: tnx fer ufb qso / hpe cuagn / best 73
Klartext: Danke für die ausgezeichnete Verbindung / Ich hoffe, Sie wieder zu treffen / die besten Grüsse

Warum ist die Telegrafie heute noch so aktuell?
Ein kurzer Exkurs in rechnerische Grundlagen, die sich nie ändern. Die Bandbreite eines Telegrafie-Signals beträgt nur etwa 1/10 der Bandbreite, die für eine Sprechfunkverbindung (SSB) notwendig ist. Die Stärke des Signals bei der Gegenstation nennt man Feldstärke. Mit Telegrafie benötigen wir nur 1/10 der Sendeleistung um mit gleicher Feldstärke empfangen zu werden. Eine andere Interpretation ist: Mit Telegrafie und einer bestimmten Sendeleistung überbrücken wir Distanzen, die mit Sprechfunk nicht möglich sind. Der technische Aufwand zur Erzeugung eines Morsesignals ist viel geringer als für die Aufbereitung der Modulation von Sprechfunk. Lieberhaber von kleinen Sendeleistungen (QRP) sind deshalb bevorzugt in Telegrafie anzutreffen.

Telefonie, auch Sprechfunk genannt, ist die Kommunikation in offener Sprache. Hier wurde durch die technische Entwicklung die Amplitudenmodulation (AM) durch die Einseitenbandtechnik (SSB) abgelöst. Frequenzmodulation (FM) finden wir bevorzugt auf Frequenzen oberhalb 144 Megahertz sowie in einigen Bereichen des 10m-Bandes. Verbindungen in Sprechfunk erfordern von den Beteiligten entsprechende Sprachkenntnisse.

Die digitalen Betriebsarten sind Entwicklungen, die in ihrer Vielfalt erst mit der Verbreitung der Computertechnik möglich wurden. AMTOR, PACTOR, Packet Radio, BPSK und Fernschreiben (RTTY) sind nur einige davon. Sie zeichnen sich teilweise dadurch aus, dass mit minimalster Sendeleistung sehr grosse Distanzen überwunden werden können. Eine ganz spezielle digitale Betriebsart ist die Übertragung von farbigen Bildern mittels Amateurfunk Fernsehen (SSTV) auf Kurzwelle.

 

Amateurfunk steht im Dienst der Öffentlichkeit

Logo Notfunk Schweiz

Amateurfunker verfügen über exklusive Fähigkeiten. Verschiedenste Organisationen rekrutieren deshalb ihr Personal aus unseren Reihen. So bestehen bestimmte Spezialeinheiten der Armee mehrheitlich aus Amateurfunkern. Viele unserer Kollegen waren irgendwo auf der Welt im Einsatz für das International Rote Kreuz IKRK oder die Schweizerische Katastrophenhilfe. Schon oft konnten Amateurfunker in Notfällen weltweit Hilfe organisieren oder die Verbindung zwischen Katastrophenorten und Einsatzkräften sicherstellen. Mitglieder der Union Schweizerischer Kurzwellenamateure USKA und der Organisationen in anderen Ländern haben sich im Bereich „Notfunk“ regional und landesweit organisiert.

 

Weitergehende Informationen/Publikationen

Das neue Handbuch für den DX-er. Autor Bryce K. Anderson, K7UA. Deutsche Übersetzung Manfred Hübsch, OE5HIL. Version deutsch Januar 2015.