Haushaltsgeräte blockieren Internet

DDoS-Attacke: Haushaltsgeräte blockieren Internet

Ein neuer Hackerangriff der Superlative macht deutlich, wie anfällig das Internet nach wie vor ist.

Hacker haben mit einem DDoS-Angriff in bisher nicht gekannter Größe erneut bewiesen, wie störanfällig das Internet ist. Es braucht nicht mehr als eine Flut von sinnfreien Anfragen, die auf Webseiten losgelassen wird, um sie innerhalb kürzester Zeit komplett außer Gefecht zu setzen. Für die Anfragen wurden zu einem großen Teil Smart-Home-Geräte genutzt.

Die Entwicklung ist besorgniserregend: Wir räumen dem Internet immer mehr Platz in unserem Leben ein, es bekommt immer mehr Verantwortung aufgebürdet. Doch die virtuelle Welt kommt in Sachen Sicherheit einfach nicht hinterher. Das haben Hacker vergangene Woche bewiesen, als sie Seiten wie Twitter, Netflix oder auch Paypal stundenlang für die ganze Welt unerreichbar machten. Eine Cyberattacke in diesem Ausmaß sucht ihresgleichen. Doch Ziel waren nicht die Webseiten selbst, sondern das zentrale Domain Name System.

Bei der Attacke handelt es sich um einen DDoS-Angriff, bei dem Webseiten mit sinnlosen Anfragen bombardiert werden, bis sie „aufgeben“ und nicht mehr erreichbar sind. Der betroffene Web-Dienstleister Dyn erklärte, die Anfragen seien von Dutzenden Millionen IP-Adressen getätigt worden. Doch es sind keine Menschen vor einem Rechner, die die Anfragen starten, sondern vernetzte Geräte wie Drucker, Baby-Monitore, IP-Kameras, TV-Festplatten-Receiver oder auch Router. Sie alle haben Sicherheitslücken, die den Hackern ermöglichen, sie zu kapern und zu Botnets zu machen. Millionen Geräte werden so verknüpft und zentral gesteuert, führen quasi ein Eigenleben.

Auch die Webseite der „New York Times“ und des „Wall Street Journal“ waren betroffen, ebenso „AirBnB“ und die Online-Community Reddit. Auch Sonys Playstation-Netzwerk war nicht zu erreichen, in Deutschland hatte Amazon mit dem Angriff zu kämpfen. Insgesamt waren Deutschland, Japan und die USA von der Cyberattacke beeinträchtigt. Die Hacker griffen die DNS-Infrastruktur an, durch die Webseiten über das Eintippen von Webadressen erreicht werden. Die Namen werden dazu mit abgespeicherten IP-Adressen in Zahlenform verglichen. Nachdem Amazon Deutschland den DNS-Dienst gewechselt hatte, lief die Seite wieder wie gewohnt.

DDoS-Attacken existieren schon länger, doch sie häufen sich und werden zunehmend aggressiver. Die letzte bekannt gewordene Schad-Software „Mirai“ sorgt dafür, dass vernetzte Haustechnik Teil des Botnets werden kann. Erst im September wurde auf die Art die Webseite des IT-Sicherheitsjournalisten Brian Krebs massiv attackiert. Experten schätzen, dass Hunderttausende Geräte mit dem Virus infiziert sind.

 

Info  Celso Bassanello HB9TNW

Quelle   https://www.freelancermap.de